Brodowy, der in Hannover, der „Hochburg des Humors und der nicht endenden Fröhlichkeit“, aufwuchs, verstand es schnell, den Funken des augenzwinkernd–konspirativen Einverständnisses zwischen sich und seinem Publikum zu entfachen. Ohne in platten Klamauk zu verfallen, blieben seine Texte und Pointen immer treffsicher – mit viel Gefühl für Timing und Sprachwitz. Dabei spannte er einen weiten Bogen von launig–humoristischen Beobachtungen aus dem Alltagsleben der 70-iger Jahre, „als die Welt noch entschleunigt war“ und es so seltsame Dinge wie Telefone mit Schnur und Wählscheibe und Fotoapparate mit Blitzwürfeln gab, bis hin zu politischen Spitzen gegen den Berliner Großflughafen, den Stuttgarter Bahnhof und die Hamburger Elbphilharmonie.
Seine Momentaufnahmen aus dem Leben deutscher Spießbürgerlichkeit - „Wenn man dir gibt – nimm! Wenn man dir nimmt – schrei!“ - überzeugten dabei ebenso wie sein musikalisches und gesangliches Talent am Klavier. Songs wie das romantisch–verträumte „Nordlicht“, in dem er seine Liebe für Strand und Meer besingt, oder das düster–unheilschwangere Weltuntergangslied zur Schicksalszahl „Sieben“ entfalteten echte Ohrwurmqualitäten.
Nach zwei Stunden ging ein äußerst kurzweiliger Abend zu Ende, an den sich die Hoffnung anknüpft, dass der Name Brodowy bald auch in Augustdorf einen höheren Bekanntheitsgrad erlangt – er hat es verdient.